Chomsky über die menschliche Heteronomie

“Die politische Vorstellung eines jeden wie auch seine Vorstellungen von gesellschaftlicher Organisation müssen letztlich in irgendeinem Konzept der menschlichen Natur und der menschlichen Bedürfnisse wurzeln. Nun habe ich das Gefühl, dass die wichtigste menschliche Fähigkeit die Fähigkeit zu und der Wunsch nach kreativer Selbstäusserung, nach freier Kontrolle aller Aspekte unseres Lebens und Denkens ist. Eine besonders entscheidende Verwirklichung dieser Fähigkeit ist der kreative Sprachgebrauch als freies Werkzeug des Denkens und des Ausdrucks. Wenn man so über die menschliche Natur und die menschlichen Bedürfnisse denkt, versucht man, Formen gesellschaftlicher Organisation zu konzipieren, die die freieste und vollständigste Entwicklung des einzelnen, der Möglichkeiten jedes einzelnen, in welche Richtung es auch sei, erlauben würden (…).” Aber “(n)ur in einer Kombination von Freiheit und Zwang stellt sich die Frage der Kreativität. Die Tatsachen lassen mich vermuten und mein Vertrauen lässt mich hoffen, dass es angeborene geistige Strukturen gibt. Gibt es sie nicht, sind die Menschen nur knetbare und zufällige Organismen, dann sind sie geeignete Objekte für eine Verhaltenskontrolle von aussen.” (Chomsky, Noam. (1973). Sprache und Geist. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag)

 

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *