Die Achse des Guten

Sie waren die Achse des Guten. Sie zogen durch die Strassen mit Bannern, immer am Wochenende. Sie alle kämpften für die Wahrheit und die Natürlichkeit. Für das Gute, Wahre und Natürliche durfte – nein musste gekämpft werden. Sie überlegten sich, was zu tun ist. Sie organisierten sich in Arbeitsgruppen, die Welt sollte wieder zu einem friedlichen Ort werden. Es gab zu viel Unsicherheit und Undurchschaubarkeit. Zusammen heckte die Gruppe junger und alter Leute Pläne aus. Wie hoch die Mauern gebaut werden sollen, damit die Ordnung wieder Einzug halten konnte.

Bevor die Versprechungen wieder einlösbar werden konnten, hatten sie aber noch einige Arbeit vor sich. Viele Dinge, welche die heutige Welt mit Schlechtheit erfüllten, mussten weichen. Alles was vorher anders war, musste verschwinden. Das war klar. Es war offensichtlich – es mussten diese Unterschiede sein, die die Welt zu einer anderen machten.

Und so begannen sie die grossen Wirtschaftskonzerne und Finanzinstitute aus ihren Städten zu vertreiben. Denn diese hatte es früher nicht gegeben. Sie rissen die Glastürme nieder und setzten alle Filialen der Franchise Unternehmen in Brand. Dann zerstörten sie alle Mobiltelefone und Computer, die Welt wurde um einiges langsamer. Dann sagten die Männer den Frauen, sie sollen wieder zu Hause bleiben, zu Kindern und Haushalt schauen. Anschliessend mussten nur noch alle Menschen weichen, die sich dieser Ordnung nicht anpassen konnten. Für sie wurden grosse Zentren gebaut, wo sie glücklich harter Arbeit nachgehen konnten.

Von da an kehrte der Friede in die Welt zurück. Die Strassen waren sauber und es gab nicht fremdes oder kurioses. Die Mädchen machten den Abwasch und die Jungen mähten den Rasen. Alle nickten sich freundlich zu.

Doch dann wurde das alles langweilig und es gab wieder Gruppen und sie machten alles neu.

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