Wider den Transhumanismus – NZZ 19.6.2017

https://www.nzz.ch/meinung/kommentare/die-gefaehrliche-utopie-der-selbstoptimierung-wider-den-transhumanismus-ld.1301315

“Wir halten es für verfehlt, das Leben in seiner Gesamtheit unter einem Begriff der Information zu subsumieren. Wir halten es ferner für naiv, von einem unkritisch angeeigneten Begriff, der Information als quantifizierbare und messbare Entität beschreibt, zu einer erschöpfenden Ontologie aller Wirklichkeit fortzuschreiten. Der Begriff der Information hat sich in Wissenschaft und Technik als nützliches Instrument erwiesen. Aber er ist weder fundamental noch zur Betrachtung sämtlicher Aspekte menschlichen Lebens geeignet.

Bestimmte Aspekte menschlichen Wahrnehmens, Denkens und Handelns mögen sich als Informationsverarbeitungsprozesse modellieren lassen. Andere nicht. Hierzu gehören emotionale Intelligenz, praktische Tugenden wie Weisheit oder Klugheit, die uns zu qualitativen ethischen Urteilen befähigen, subjektives Erleben und phänomenologische Dimensionen von Wahrnehmung, Denken, Handeln und Voraussicht usw.”

–> Die menschliche Sprache unterscheidet sich von anderen Kommunikationssystemen durch die Tatsache, dass sie Bedeutungen ausdrückt und nicht nur Informationen symbolisiert und übermittelt. Daher wird die künstliche Intelligenz die Sprache nie in ihrer Vollständigkeit verstehen und anwenden können.

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